Prinz Bokpe von Allada regiert von seiner Auto-Werkstatt aus ein kleines Land an der Westküste Afrikas. Kann er seine Macht nur ausüben, weil alle glauben, dass er dazu legitimiert ist?
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Prinz Bokpe von Allada regiert von seiner Auto-Werkstatt aus ein kleines Land an der Westküste Afrikas. Kann er seine Macht nur ausüben, weil alle glauben, dass er dazu legitimiert ist?

Ronja (rechts) diskutiert mit Philosophin Elena, woran wir glauben müssen, damit unsere Gesellschaft funktioniert. Kann beispielsweise Macht nur dann ausgeübt werden, wenn alle daran glauben?

Fette Performance statt dröger Gottesdienst, Kinosaal statt Kirche. Alaina (links) ist bei der Berlin International Community eine Art Popstar im Auftrag Gottes.

Wenn man sich vorstellt, wie groß das Universum ist, wird einem ganz schnell schwindlig. Wie ist das alles entstanden? Muss man da schon allein aus Demut gläubig werden?

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Emre hypnotisiert seine Späti-Kundschaft im Hinterzimmer. Muss man an Hypnose glauben, damit sie funktioniert?

Noam Libeskind ist Astrophysiker und forscht zu den Anfängen des Universums. Es gibt Glaube ohne Wissen, aber gibt es auch Wissen ohne Glauben?

Madonnen, Rosenkränze, Weihwasser. Helfen Glaubenssymbole dabei, leichter zum Glauben zu finden?

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Was taugt als Guideline fürs Leben? Wer sind wir und wie wollen wir leben? Fernab vom Elfenbeinturm bringt „Streetphilosophy“ die wirklich wichtigen Fragen des Lebens dorthin zurück, wo sie entstehen: auf die Straße, unter die Menschen, in die Dönerbuden und Spätis. Vom Denkerstübchen raus auf die Straßen von Kreuzberg und Neukölln: „Streetphilosophy“, mit Jonas Bosslet und Ronja von Rönne.
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Ronja besucht einen Gottesdienst der Berlin Church am Potsdamer Platz: ein pompöses Show-Event im Kinosaal. Auf der Bühne: Alaina Mack, Rockstar im Namen Gottes. Wie hat sie zu ihrem Glauben gefunden? Und wie sehr geht es ihr dabei um Gemeinschaft, um das Gefühl, aufgehoben zu sein? Danach lässt sich Ronja von Späti-Verkäufer Emre Celebi hypnotisieren. „Wir machen dein Unterbewusstsein auf und gehen in den Keller“, erklärt er ihr. Muss man daran glauben, damit es funktioniert? Und kann ein guter Hypnotiseur mich alles Mögliche glauben lassen, wenn er nur will? Nicht zu glauben ist jedenfalls unmöglich, sagt Philosophin Elena Loevskaya. Selbst Atheisten haben Überzeugungen - sie glauben zum Beispiel daran, dass Gott nicht existiert.
Auch in unserem Alltag begegnen wir laufend Erfindungen, die nur funktionieren, weil wir an sie glauben: Geldscheine zum Beispiel oder Verkehrsregeln. Oder Könige wie Prinz Dah Bokpe von Allada, ein Voodoo-Priester, der von seiner Berliner Autowerkstatt aus ein kleines Königreich in Westafrika regiert. „Die Menschen werden immer an mich glauben, weil sie in sich die Wahrheit fühlen“, sagt er. Glaube bedeutet: Etwas erfahren, das nicht sichtbar ist. Und genau das unterscheidet Religion von Wissenschaft, sagt Astrophysiker Noam Libeskind, mit dem Ronja zu einem Spaziergang im Park Babelsberg verabredet ist.
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