Diagnose Frau - Hysterie über die Jahrhunderte

Deutschland, 2025
bis 05:15
Dokumentation
  • Stereo
  • Breitwand-Format 16:9
  • Untertitel
  • HDTV
  • 20260209050000
VPS 04:00

Lange gilt die Hysterie als Erklärung für unerklärliche Symptome - hauptsächlich bei Frauen. In der Klinik Salpêtrière in Paris stellt der Neurologe Jean-Martin Charcot die "hysterischen Anfälle" seiner Patientinnen öffentlich zur Schau.


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Lange gilt die Hysterie als Erklärung für unerklärliche Symptome - hauptsächlich bei Frauen. In der Klinik Salpêtrière in Paris stellt der Neurologe Jean-Martin Charcot die "hysterischen Anfälle" seiner Patientinnen öffentlich zur Schau.


Bild 2

Das Hôpital de la Salpêtrière in Paris war im 19. Jahrhundert die wohl bekannteste psychiatrische Anstalt Europas.


Bild 3

Psychologe Leon Windscheid zeigt, wie die Denkmuster hinter der Diagnose Hysterie bis heute wirken - etwa im Medical Gaslighting, wenn Beschwerden nicht ernst genommen werden.


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In der Reihe "Terra Xplore - Brain Projects" beleuchtet Psychologe Leon Windscheid weltberühmte Experimente, Diagnosen und Therapien.

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    Details

    „Hysterisch“ sagen wir noch heute. Einst war Hysterie aber eine medizinische Diagnose. Leon Windscheid erzählt die Geschichte von Hysterie, Geschlechterbildern und Medical Gaslighting. Paris im 19. Jahrhundert: Die junge Augustine liegt krampfend im Hörsaal, umringt von Ärzten und Kameras. In der Salpêtrière-Klinik wird die Diagnose Hysterie zur Show. Warum galt die Hysterie damals als Frauenkrankheit und wie prägt sie bis heute unser Denken? Über Jahrtausende galt Hysterie als Erklärung für unerklärliche Symptome - hauptsächlich bei Frauen wie der 15-jährigen Augustine. Ihre Anfälle, die der Neurologe Jean-Martin Charcot als „grande hystérie“ beschreibt, werden öffentlich zur Schau gestellt. Die Diagnose Hysterie sagt viel aus über Macht, Medizin und Geschlechterrollen. Ihre Geschichte reicht von Mythen über eine „wandernde Gebärmutter“ bis hin zu radikalen medizinischen Eingriffen. „Hysterie ist gewissermaßen die Krankheit der Hyper-Weiblichkeit im 19. Jahrhundert“, weiß die Medizinhistorikerin Professorin Karen Nolte, die intensiv zur Geschichte der Psychiatrie forscht. Leon Windscheid zeigt, wie diese Denkmuster bis heute wirken - etwa im Medical Gaslighting, wenn Beschwerden nicht ernst genommen werden. Trotz moderner Medizin bestehen geschlechtsspezifische Unterschiede fort: Medikamente werden seltener an Frauen getestet, Symptome anders bewertet. Der Gender Health Gap Report macht deutlich, wie sehr medizinische Ungleichheit unsere Gesundheit bis heute prägt.

    Hinweis

    Personen

    Moderator:Leon Windscheid


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