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Ein kleiner schwarzer Rabe führt in die Vergangenheit einer unkonventionellen Mutter und beschreibt den Begriff „Rabenmutter“ einmal anders.
Der Vogel nimmt die Zuschauer mit in eine Art Zauberwelt und auf die Suche einer ungewöhnlichen Frau nach sich selbst zwischen Einsamkeit und Liebe. Formal ergänzen sich dokumentarisches Material mit kunstfertigen Figuren, die von der Filmemacherin geformt sind.
Denn in „Mama Micra“ ist die Mutter eine Puppe aus Filz, die mit ihrer eigenen Stimme von ihrem starken Drang nach Freiheit erzählt, und sich aus dem Off als „echte Vagabundin“, beschreibt, die Nomaden in der Wüste um ihren Freiraum beneidete. Die letzten zehn Jahre ihres Lebens lebte sie ihren Traum vor allem in der Enge eines Nissan Micra, mit dem sie offenbar rastlos durch die Welt fuhr. Sie wusch sich morgens in Hotelbädern und schlich sich gelegentlich auch in Frühstücksräume, um dort zu essen.
Irgendwann hatte die Mutter in ihrem Micra dann den Kontakt zu ihrer Tochter verloren, die als Filmemacherin die Erzählung ihrer Mutter mit ihren eigenen Erinnerungen kontrastiert. Aber kein Verschwinden scheint für immer unversöhnlich zu enden, zumindest nicht in dieser liebevollen Stop-Motion-Produktion.
Der Film feierte 2024 seine Premiere auf dem „International Documentary Film Festival Amsterdam“ und war 2025 sowohl für den „Deutschen Kurzfilmpreis“ als auch für den Preis der „Internatioal Film Association“ in Los Angeles nominiert. Das Hamburger Studio „Fabian&Fred“ produziert seit 2015 erfolgreich Animationsfilme für den internationalen Markt, wobei auch stets dokumentarische Formen ihren Platz haben.
3sat zeigt „Mama Micra“ im Rahmen der 3sat-Dokumentarfilmreihe „DocuMe“, die von Menschen in Veränderungsprozessen erzählt und mit Erzählformen abseits des medialen Mainstream experimentiert.
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