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Im Dezember 2025 wurde im MDR-Studio am Leipziger Augustplatz ein Studiokonzert aufgezeichnet. Neben Wolfgang Amadeus Mozarts „Maurerischer Trauermusik“, einem Werk, das freimaurerische Bezüge hat und vermutlich für die Trauerfeiern von Mozarts Logenbrüdern bestimmt war, standen Werke von Benjamin Britten und Peteris Vasks im Mittelpunkt des Programms. Britten komponierte seine „Sinfonia da requiem“ im Jahr 1940 kurz nach dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs. Obwohl das Werk 1939 von der imperialistischen japanischen Regierung in Auftrag gegeben und auch bezahlt wurde, verstand sich der Pazifist Britten nicht als willfähriger „Hofkomponist“ Tokyos. Für ihn blieb die Sinfonia ein Anti-Kriegswerk. Uraufgeführt wurde sie schließlich nicht in Japan, sondern im März 1941 in der New Yorker Carnegie Hall.
Der Lette Peteris Vasks ist einer der großen europäischen Komponisten, der - wie Arvo Pärt aus Estland - eine tiefe Naturverbundenheit mit einem ebenso tiefen christlichen Weltverständnis zu einem meditativen Stil verschmolz. Er äußerte einmal: „Musik ist im Baltikum kein intellektuelles Spiel, sondern eine große geistige Konzentration. Ich denke, dass unsere Zivilisation in eine falsche Richtung geht. Es gibt viel zu viel Materialismus, zu wenig Geist. Das Wichtigste ist doch unsere Seele, unser Körper und Geist, das alles zusammen.“ Wie Arvo Pärt und Giya Kancheli gehört er zu den meistaufgeführten europäischen Komponisten.
Wolfgang Amadeus Mozart: Maurerische Trauermusik c-Moll KV 477
Peteris Vasks: Musica serena (2015)
Benjamin Britten: Sinfonia da requiem op.20 (1940)
Peteris Vasks: Musica dolorosa (1984)
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