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Paris setzt auf einen konsequent-ökologischen Kurs: Weg vom Auto, hin zum Fahrrad. Doch die Umgestaltung der dicht bebauten Metropole bringt Spannungen mit sich. Während junge Familien, die im Stadtzentrum wohnen, komplett auf das Lastenrad in der grüner werdenden Stadt setzen, zeigen der Arbeitsalltag einer Fahrradkurierin und einer Taxifahrerin auch die Gefahren und Reibungspunkte der neuen Verkehrsführung. Eine Stadt zwischen ambitioniertem Klimaschutz, sozialer Gerechtigkeit und emotionalem Straßenchaos.
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Seit 2015 verfolgt die Stadtverwaltung von Paris mit dem „Plan Vélo“ eine ambitionierte Strategie: 1.400 Kilometer Fahrradwege wurden gebaut, während 60.000 Parkplätze weichen mussten. Auf fast allen Straßen gilt Tempo 30, und Teile der Innenstadt sind für den Durchgangsverkehr verboten. Die ökologischen Erfolge sind messbar: Die Feinstaubbelastung sank seit 2014 um 35 Prozent, Stickstoffdioxid um 45 Prozent. Im Zentrum werden mittlerweile elf Prozent der Wege mit dem Rad und nur noch vier Prozent mit dem Auto zurückgelegt.
Doch der entschlossene Umbau sorgt auch für Spannungen in der Stadtgesellschaft. „Sie reduzieren den Platz, um Stau zu schaffen, und bringen die Leute so dazu, ihr Auto aufzugeben“, sagt Ambroise Bonal. Mit seiner Familie ist er gerne auf ein E-Lastenrad umgestiegen, das zur Hälfte vom Staat bezahlt wurde. Für viele „Bo-Bos“ (Bourgeois-Bohème) im Zentrum ist das Fahrrad ein Segen. Dagegen steht die Frustration der Pendler und Dienstleister. Taxifahrerin Dalila Ait Taleb klagt: „Wir haben die Nase voll. Die Fahrradfahrer halten sich für die Könige der Straße“. Zudem wird der Ton rauer. Fahrradkurierin Anne Monmarché fordert ein entschiedeneres Vorgehen, gegen das, was sie „motorisierter Gewalt“ nennt. Die Reportage zeigt den Kampf um jeden Meter Asphalt und geht der Frage nach, wie eine Metropole alle Bürger bei der grünen Wende mitnehmen kann.
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