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Helsinki, 1942: Finnland verbündet sich mit Nazi-Deutschland, weshalb jüdische Geflüchtete ins Visier der Staatspolizei geraten. Der jüdische Unternehmer Abraham Stiller versucht, ihnen mit Arbeits- und Aufenthaltspapieren Schutz zu verschaffen, liefert dabei jedoch ungewollt Ansatzpunkte für eine Deportationsliste. Drama von Klaus Härö nach wahren Begebenheiten.
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Eine junge Journalistin will Jahrzehnte später verstehen, was 1942 in Finnland geschah und welche Rolle Abraham Stiller dabei spielte. Als sie ihn befragt, ringt der inzwischen alte Mann mit seinen Erinnerungen - und seinen Schuldgefühlen. Aus der Interviewsituation führen Rückblenden nach Helsinki: Ende der 1930er Jahre will das Land kaum noch jüdische Flüchtlinge aufnehmen. Stiller, eine zentrale Stimme der jüdischen Gemeinde Finnlands und Inhaber eines Mode- und Textilgeschäfts, verspricht Hilfe in Form von Arbeit, Papieren, Unterkunft. Er nimmt Menschen bei sich auf, nutzt seine Beziehungen und glaubt, mit Pragmatismus und Zuversicht das Schlimmste verhindern zu können. Sehr zum Unbehagen seiner Frau und jener Gemeindemitglieder, die lieber unsichtbar bleiben möchten. Mit dem Krieg verschärft sich die Lage. Antisemitische Stimmung dringt in den Alltag und in Stillers Geschäft. Die Staatspolizei interessiert sich zunehmend für Arbeitserlaubnisse und Herkunft. Während Stiller bei Beamten und Ministern interveniert, geraten einzelne Geflüchtete, wie Stillers Schützling Georg Kollmann, ins Fadenkreuz. Im Norden, in der Nähe der dort stationierten deutschen Truppen, müssen jüdische Männer unter härtesten Bedingungen arbeiten. Zugleich wird in Helsinki über „Lösungen“ verhandelt, die zunächst die ausländischen Juden treffen sollen. Stiller versucht zu helfen, wird aber selbst zum Spielball eines Apparats, der Vertrauen ausnutzt und Fakten verdreht. Die Journalistin folgt schließlich den Spuren des einzigen Überlebenden und bringt Stiller dazu, sich seinen Schuldgefühlen zu stellen.
Hinweis
„Nie allein“ basiert auf wahren Begebenheiten und beleuchtet ein wenig bekanntes Kapitel finnischer Kriegs- und Erinnerungsgeschichte: den Umgang mit jüdischen Flüchtlingen und die Zusammenarbeit staatlicher Stellen mit NS-Deutschland. Regisseur Klaus Härö arbeitet mit einer Rahmenhandlung im Interviewmodus, die Gegenwart und Vergangenheit kontrastiert und Schuld, Zeugenschaft und nationale Selbstbilder verhandelt.Synchronfassung, Produktion: Matila Röhr Productions, Samsara Filmproduktion, Taska Film, Penned Pictures, Hobab
Personen
Schauspieler: Rolle | Abraham Stiller Vera Stiller Journalistin Georg Kollmann Janka Kollmann Franz Kollmann Arno Anthoni Minister Tanner Kauhanen Minister Horelli Heinrich Müller |
| Regie: | Klaus Härö |
| Drehbuch: | Jimmy Karlsson, Klaus Härö |
| Kostüme: | Eugen Tamberg |
| Kamera: | Robert Nordström |
| Musik: | Matti Bye |
| Redaktion: | Claudia Cellarius, Barbara Häbe, Klaus Lintschinger, Julia Sengstschmid |