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Eine Pizzeria, die Autisten Selbstständigkeit gibt (2026)

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Übersicht

Nico Acampora führt eine besondere Pizzeria: Hier arbeiten fast nur Menschen mit Autismus-Spektrums-Störung. Er hat alles durchdacht und einen Arbeitsplatz geschaffen, an dem sie sich wohlfühlen und Erfolgserlebnisse haben. Entstanden ist das Projekt aus einer persönlichen Motivation. Nico hat selbst einen autistischen Sohn.

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    „12. September 62. Ein Mittwoch.“ Die Kundin zögert kurz, dann lächelt sie. Es stimmt. Lorenzo hat den Wochentag ihres Geburtstags korrekt genannt. „Dafür gibt es keine genaue Erklärung. Ich nenne es mein autistisches Gehirn.“ Szenen wie diese gehören zum Alltag in der Pizzeria in Monza in Italien. Nico Acampora ist der Gründer von PizzAut. Hier arbeiten fast ausschließlich Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung. Strikte Abläufe, klare Regeln - für die Mitarbeitenden sind diese Strukturen eine große Hilfe. Bevor die Türen öffnen, isst das Team gemeinsam. Dann kommen die Gäste: Schulklassen, Familien, Stammkundschaft. Von außen wirkt alles ruhig, fast routiniert. Doch Nico beobachtet genau. Abweichungen, zu viele Reize, ein falscher Moment - und Stress entsteht. Wer überfordert ist, wird aus schwierigen Situationen genommen. Autismus ist nicht gleich Autismus, daher heißt es Autismus-Spektrums-Störung.PizzAut beschäftigt inzwischen rund 40 Mitarbeitende in zwei Restaurants. Inzwischen hat die Idee politische Aufmerksamkeit. Italiens Staatspräsident würdigte das Projekt, der Papst empfing das Team. Doch für Nico ist das nicht genug. Er will, dass andere Unternehmen folgen. „Der wahre Wandel kommt erst, wenn wir nicht mehr gebraucht werden.“ Für die Mitarbeitenden bedeutet PizzAut schon jetzt mehr als nur Arbeit. Eine Kundin meint: „Es ist ein Ort, der das Herz öffnet“. Und es ist vor allem ein Ort, der Selbständigkeit gibt.

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