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BGirl Joanna und Serhat alias BBoy Said verbinden dieselbe Leidenschaft: Breaking. „37°“ begleitet die beiden und ihre Crews The Saxonz und Sankofa über sieben Jahre.2024 feiert Breaking in Paris olympische Premiere. Joanna und Serhat nutzen die Chance, um Breaking sichtbarer zu machen. Gleichzeitig ist es für beide eine Herausforderung: Breaking-Kultur und der Leistungsgedanke im System Olympia - wie passt das zusammen?Von der Straße auf die olympische Bu¨hne: In New York wurde in den 1970ern mit Breaking ein neuer Tanzstil geboren. Heute messen sich BBoys und BGirls in Battles, die von einer Jury bewertet werden. Zum ersten Mal in der Geschichte trifft die Breakingszene auf das olympische System.„Fußball, Kickboxen - ich habe viel ausprobiert, doch nichts hat mich so geflasht wie das Breaken. Das ist etwas ganz Großes für mich, in das ich mein ganzes Herz und meine Energie stecken will!“ Serhat ist 2022 bereits im deutschen Bundeskader. Er hat das Breaken schon mit sechs Jahren im Jugendzentrum im Mu¨nchner Kieferngarten fu¨r sich entdeckt. Seit 2008 ist Serhat Mitglied der Sankofa-Crew. Frei leben und tanzen zu ko¨nnen, ist fu¨r Serhat keine Selbstversta¨ndlichkeit. Serhat lebt in Mu¨nchen und ist auch dort geboren, aber er ist Uigure. Die Familie stammt aus dem autonomen Gebiet Xinjiang im Nordwesten Chinas. Sie floh 1995 u¨ber Kasachstan nach Deutschland. Jetzt im deutschen Bundeskader fu¨r Olympia trainieren zu ko¨nnen, bedeutet ihm und der Familie viel. Fast jedes Wochenende ist er unterwegs zu einem Battle. Nicht nur fu¨r den Kader, auch in der Szene will Serhat weiter pra¨sent sein. Zusa¨tzlich hatte er ein Studium begonnen, unterrichtet und verdient Geld mit Tanzauftritten. Inzwischen sogar hauptberuflich.Joannas Ziel ist es, 2023 in den Deutschen Bundeskader zu kommen, dafu¨r muss sie in Vorentscheiden - sogenannten Ranking Battles - mo¨glichst viele Punkte sammeln. Mit 17 wurde sie in der Crew The Saxonz aufgenommen. Sie ist das einzige BGirl in der Crew und trainiert im Landeskader Sachsen. „Die Saxonz sind meine zweite kleine Familie - es ist mir extrem viel wert, in der Gruppe zu sein!“ Joanna lebt mit ihrer Familie in Dresden. Ihr Freund Rossi, der eigentlich Felix heißt und auch bei den Saxonz tanzt, hat seine Tochter Feenja mit in die Beziehung gebracht. So trägt Joanna schon früh die Verantwortung als Mutter, denn Feenjas leibliche Mutter ist gestorben. Gleichzeitig macht Joanna ihren Master in Psychologie. Als Kind bulgarischer Eltern weiß sie es zu schätzen, wie viel ihre Eltern in eine gute Ausbildung investiert haben und will sie nicht enttäuschen. Jetzt steht Joanna vor der Herausforderung, ihre Zeit zwischen der Familie, dem Studium und ihrer Leidenschaft, dem Breakdance aufzuteilen. Denn ihr Ziel ist es, bei der deutschen Meisterschaft in den Bundeskader zu kommen. „Ich habe ein bisschen Angst vor der eigenen Challenge, wie es mir mit dem Leistungsdruck gehen wird. Aber wenn nicht jetzt, wann dann?“Respekt und Leidenschaft für Breakdance - „37°“ begleitet die beiden jungen Tänzer Joanna und Serhat auf ihrem Weg.
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