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Im Westdeutschland der 1970er Jahre prallen die Lebenswege der Schwestern Juliane und Marianne aufeinander: Während Juliane als Journalistin für Frauenrechte kämpft, radikalisiert sich Marianne im sogenannten bewaffneten Widerstand - in der RAF - und wird verhaftet. Ein Schlüsselfilm der Zeit von Margarethe von Trotta (1981).
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Juliane und Marianne wachsen in den 1950er Jahren als Töchter eines evangelischen Pfarrers auf: Die eine eckt an, die andere gilt als angepasst, und doch tragen beide denselben Drang in sich, die Enge ihrer Herkunft zu sprengen. Jahre später stehen sie auf entgegengesetzten Seiten desselben Aufbruchs. Juliane arbeitet für eine feministische Zeitschrift und streitet für gesellschaftliche Reformen, unter anderem gegen den Paragrafen 218. Marianne hingegen hat Familie und Alltag hinter sich gelassen und sich einer radikalen Gruppe angeschlossen, die den Staat mit Gewalt herausfordert: der RAF, Rote Armee Fraktion.
Als Marianne untertaucht, wirkt sich das auch auf Julianes Leben aus: Mariannes kleiner Sohn Jan wird bei ihr abgeladen; kurz darauf nimmt sich sein Vater das Leben. Juliane, die mit dem Kind überfordert ist und sich zugleich in der Verantwortung sieht, organisiert eine Pflegefamilie und wird dadurch tiefer in die Geschichte ihrer Schwester hineingezogen. Marianne taucht überraschend wieder auf, fordert Loyalität und Hilfe, und zwischen den Schwestern beginnen konfliktreiche Auseinandersetzungen, die alte Verletzungen freilegen.
Nach Mariannes Verhaftung besucht Juliane sie im Gefängnis. Bestürzt über den Zustand ihrer Schwester, opfert Juliane Zeit und Mittel, um Marianne zu unterstützen. Trotz ihrer weltanschaulichen Differenzen kehrt Juliane immer wieder zurück - bis sie im Urlaub die Nachricht erreicht, Marianne sei in ihrer Zelle gestorben, offiziell durch Suizid. Juliane glaubt nicht daran und beginnt, trotz Widerständen und zunehmender Vereinsamung, die Umstände zu hinterfragen.
Hinweis
Margarethe von Trotta schrieb und inszenierte „Die bleierne Zeit“ als fiktives Schwestern-Drama, angeregt durch Begegnungen mit Christiane Ensslin, nach dem Tod ihrer Schwester Gudrun Ensslin in Haft. Der Film versteht sich nicht als Chronik des Terrorismus der RAF, sondern als subjektiv gefärbte Studie über Bindung, Verantwortung und politische Radikalisierung. Die Regisseurin Margarethe von Trotta wurde bei den Filmfestspielen in Venedig 1981 als erste Frau mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Neben wichtigen weiteren internationalen Preisen gewann „Die bleierne Zeit“ beim Deutschen Filmpreis 1982 das Filmband in Gold für den besten Film.Produktion: Bioskop Film
Personen
Schauspieler: Rolle | Juliane Wolfgang Marianne Mutter Sabine Werner Jan, 4 Jahre Jan, 10 Jahre |
| Regie: | Margarethe von Trotta |
| Drehbuch: | Margarethe von Trotta |
| Kamera: | Franz Rath |
| Musik: | Nicolas Economou |