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Im November 2021 werden 26 Kunstschätze aus dem ehemaligen Königreich Dahomey aus dem Musée du Quai Branly in Paris zurück in ihre Heimat überführt, dem heutigen Benin. Dort wurden die Schätze 1892 zusammen mit Tausenden weiteren Werken von französischen Kolonialtruppen geraubt. Wie geht ein Land, das sich über Generationen neu definieren musste, mit der Rückgabe dieser historischen Relikte um? Unter den Studierenden der Universität Abomey-Calavi entfacht sich eine leidenschaftliche Debatte, welche im Rahmen des Dokumentarfilms beleuchtet wird.
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Das ehemalige Königreich Dahomey (in der Sprache der Fon: „Danxomè“) wurde im 17. Jahrhundert von König Houegbadja gegründet und lag im Süden der heutigen Republik Benin. Die Gründerdynastie hielt sich über 300 Jahre lang an der Macht und trug dazu bei, dass sich das Königreich zu einer bedeutenden Regionalmacht entwickelte - mit einer strukturierten Wirtschaft, einem blühenden transatlantischen Handel, einer zentralisierten Verwaltung, einem Steuersystem und einer mächtigen Armee, in der auch die berühmten Agojie-Kriegerinnen kämpften. Die Hauptstadt Abomey wurde während dieser Zeit zu einem wahren Stadtstaat und einem bedeutenden Zentrum, in dem die Landwirtschaft weiterentwickelt und mit Sklaven gehandelt wurde. Von hier aus führten die Könige eine Politik, die auf das Wachstum von Dahomey ausgerichtet war.1892 überfiel der französische Kommandant Dodds zur Zeit der Regentschaft von König Béhanzin die Hauptstadt; und 1895 wurde Dahomey zur französischen Kolonie. Am 1. August 1960 gewann das Land als Republik Dahomey schließlich seine Unabhängigkeit zurück. Heute gehören die beeindruckenden Königspaläste zum Unesco-Weltkulturerbe; in Abomey leben das lokale Kunst- und Kunsthandwerksgewerbe und die allgegenwärtige Voodoo-Religion bis heute fort. Der Dokumentarfilm wurde mit einem Goldenen Bären ausgezeichnet.
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