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Olympia ist das Karrierehighlight vieler Sportlerinnen und Sportler. Manche fallen danach in ein mentales Loch - das Phänomen nennt sich Post-Olympia-Depression. Die Symptome: Leere, Traurigkeit, Schlaflosigkeit. Egal, ob Medaillenerfolg oder nicht, es kann jeden treffen.
Moderatorin Esther Sedlaczek findet für diese Doku heraus, welche Dimension das Phänomen hat, wie Athletinnen und Athleten mit dem psychischen Druck von Olympia umgehen, und warum heute zwar immer häufiger über psychische Herausforderungen gesprochen wird, es aber weiterhin ein Tabu-Thema ist.
„Wenn Sportlerinnen und Sportler aus Angst vor Konsequenzen sagen, es sei manchmal besser zu schweigen, ist es höchste Zeit, dass wir genauer hinschauen. Ich möchte, dass wir aufhören, mentale Probleme im Spitzensport zu verschweigen. Diese Dokumentation ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Offenheit, Ehrlichkeit und echter Unterstützung.“, so Ester Sedlaczek.
Anlässlich der Winterspiele in Mailand Cortina 2026 fragt in in der Doku von Franziska Niebert und Daniela Agostini, welchen Stellenwert Olympische Spiele im Leben der Sportlerinnen und Sportler haben. Und vor allem, wie es ihnen nach den Spielen psychisch geht, wenn die mediale Aufmerksamkeit wieder vorbei ist.
Emotionale Einblicke gibt Jessica von Bredow-Werndl, die Doppel-Olympiasiegerin von Tokio 2020 und Paris 2024: „Olympia ist das Höchste, was wir erreichen können. Und nach dem Hoch kann man natürlich auch tief fallen, weil viele sich danach denken: Ja und jetzt? Ich habe noch nie in meinem Leben so eine Leere gespürt wie da. Also so am Peak meines Sportlerlebens angekommen, sitze ich dann da und habe das Gefühl gehabt, ich bin eigentlich gar nichts wert.“
Das Phänomen Post-Olympia-Depression: Leere, Traurigkeit, fehlender Antrieb, Schlaflosigkeit. Über Wochen, Monate oder auch länger. Egal, ob Medaillenerfolg oder nicht. Über ein Jahr nach den Sommerspielen in Paris 2024 steckt Kanutin Ricarda Funk in einem mentalen Loch. Nach ihrem Olympiasieg in Tokio 2020 verpasst sie vier Jahre später in Frankreich knapp eine Medaille: „Man stellt sich die Frage: War es das alles wert? Ist es das alles wert, was ich da reinstecke, nur dass man im Endeffekt am Ende vielleicht diese eine Medaille gewinnt?“. Esther Sedlaczek begleitet Ricarda Funk auf ihrem Weg aus dem Tief und versucht in den weiteren Begegnungen, das Tabu rund um mentale Probleme im Spitzensport aufzubrechen.
„Also Frauen sind ja grundsätzlich offener. Und können besser über Gefühle sprechen als Männer. Es hat etwas mit Stärke und Schwäche zu tun, was es eben einfach nicht ist, sondern es ist eher normal, dass man halt Höhen und Tiefen hat“, sagt Skeletoni Axel Jungk, der 2026 zum dritten Mal an Olympischen Spielen teilnimmt. Er kennt die Aufs und Abs einer Sportler-Karriere und will offen über mentale Herausforderungen sprechen. Das Tabu sei in der Gesellschaft immer noch zu verankert. „Ich glaube, die alte Generation, wie ich ja auch aufgewachsen bin, ist einfach nur: Die Harten kommen in Garten. Und heute merkst du schon, dass speziell auch die neue Generation anders damit umgeht.“, bestätigt auch Skisprung-Experte und Botschafter für mentale Gesundheit Sven Hannawald.
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