Matthias Glaubrecht, Evolutionsbiologe von der Uni Hamburg, warnt: Unsere Ökosysteme stehen durch das Artensterben vor dem Zusammenbruch - gleich einem Wackelturm-Spiel.
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Matthias Glaubrecht, Evolutionsbiologe von der Uni Hamburg, warnt: Unsere Ökosysteme stehen durch das Artensterben vor dem Zusammenbruch - gleich einem Wackelturm-Spiel.

Der Hundshai ist in der Nordsee heimisch, geht aber auf Wanderschaft: bis zu den Azoren.

Matthias Schaber ist Fischereibiologe am Thünen-Institut für Seefischerei. Er zeigt den Walhai, der mit seinen bis zu 18 Metern Länge der größte Fisch der Welt ist.

Cristina Zenato arbeitet seit 28 Jahren für den Schutz von Tigerhaien und Karibischen Riffhaien auf den Bahamas. Das Kettenhemd schützt sie bei ihrer Arbeit.

Twan Stoffers von der Uni Wageningen war Mitarbeiter einer Riffhai-Zählung: Weltweit werden die Populationen durch Fischfang bedroht.

Die meisten Haie haben ein sogenanntes Revolvergebiss: Die Zähne stehen in mehreren Reihen hintereinander. Fällt einer aus, rückt der nächste nach.
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Die einen finden sie faszinierend, die anderen gruselig: Haie. Sicher ist aber: Um die Tiere steht es schlecht. Von den aktuell 536 bekannten Haiarten sind rund ein Drittel gefährdet. Schuld sind der ausufernde Fischfang und die globale Umweltzerstörung. Haben die Haie noch eine Chance oder verschwinden sie bald von unserem Planeten?
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Seit mehr als 400 Millionen Jahren schwimmen Haie schon durch unsere Ozeane. Ihr Körper ist perfekt stromlinienförmig, ihre Zähne wachsen nach, sie sind eine Erfolgsgeschichte der Evolution. Aber in den letzten 50 Jahren hat sich die Population der Haie dramatisch verkleinert. Studien gehen davon aus, dass die Zahl aller Hochseehaie und Rochen seitdem um gut 70 Prozent gesunken ist.
Twan Stoffers, Fischökologe von der Uni Wageningen, hat an einer globalen Zählung von Riffhaien in der Karibik mitgewirkt und sagt: „An 20 Prozent der Riffe haben wir gar keine Haie mehr gesehen.“ Der Hauptgrund dafür: der Fischfang. In den letzten 70 Jahren hat sich die Menge weltweit gefangener Fische mehr als vervierfacht - von 20 auf über 90 Millionen Tonnen pro Jahr.
Haie werden einerseits gezielt gefangen, andererseits werden sie gerade in der Langleinenfischerei als Beifang aus dem Wasser geholt. Allein Spanien fängt jedes Jahr 78.000 Tonnen Hai. Haifleisch wird auf der ganzen Welt gegessen. Dazu kommen die Auswirkungen der globalen Klimakrise und Umweltzerstörung. Matthias Glaubrecht, Evolutionsbiologe von der Uni Hamburg, meint, was den Haien zustößt, ist ein sichtbares Zeichen für eine weltweite Katastrophe: Wir stehen am Beginn des sechsten großen Massenaussterbens der Arten. Die Weltnaturschutzunion geht davon aus, dass während so eines Ereignisses die Tierarten hundert- bis tausendfach schneller aussterben, als sie es durch natürliche Prozesse tun würden. Ist der Hai dem Untergang geweiht oder können wir ihn noch retten?
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